Wissensdurst oder Hunger?


Was treibt dominikanische Kinder in die Schulen?

leere-schulklasse-dominikanische-republik

Gerade erst sind die Osterferien vorbei, doch es dauerte auch in diesem Jahr 2-3 Tage bis sich die Normalität in den öffentlichen Schulen wieder einstellte. Es fehlten nicht nur Schüler und Lehrerschaft, es fehlte vor allem auch dasbedeutend wichtigere Schulfrühstück welches an den staatlichen Schulen kostenlos abgegeben wird. Erst am Dienstag wurden in der Hauptstadt wieder einige Sektoren mit der kleinen Mahlzeit beliefert, unter anderem Villa Consuelo, San Carlos, Cristo Rey, Las Flores, Villas Agricolas, Ensanche La Fe, Gualey, Ensanche Kennedy, Guachupita, Villa Maria, Villa Juana und anderen.

Für die Lehrer die am Montag schon in den Schulen erschienen waren und einige Schüler unterrichteten war der Unterricht eher eine Qual. Der Lehrkörper erklärte dass es fast unmöglich sei Kinder über 4-5 Stunden zu unterrichten wenn diese hungrig sind. Nun fragt man sich vielleicht, warum sind denn die Kinder mitleerem Magen in die Schule gekommen? Die Erklärung liefert das Erziehungsministerium. Nach Ferienzeiten dauert es immer einige Tage bis wieder alle Kinder zum Unterricht kommen. Die Kinder jedoch, die schon am ersten Schultag pünktlich erscheinen, sie haben keinen Wissensdurst, sie haben Hunger. Viele kommen aus armen Familienhaushalten, die Schulmahlzeit bildet oft dieeinzige Mahlzeit die diese Kinder am Tag bekommen. Zu Hause gibt es kaum mal einen Saft oder Tee, bestenfalls Wasser und dies ist oft nicht einmal sauberes Trinkwasser. Die Kinder kommen also gern in die Schule, nicht um zu lernen,sondern um endlich wieder etwas zu essen zu bekommen. Bekommen sie nun keine Nahrung, so sitzen die Schüler entmutigt und vor allem entkräftet in der Klasse, haben Mühe dem Unterricht zu folgen. Die Schulspeisung dient also als Motivation in die Schule zu kommen, wegen der Bildung kommt man erst in zweiter Linie. Die Schulen werden schon früh beliefert, gegen 6 Uhr kommt die Schulmilch, knappe 2 Stunden später das Brot oder die Kuchen. Doch diesen Montag kam nichts. Vielleicht hatte die Regierung damit gerechnet dass am ersten Schultag eh kaum Kinder kommen, oft fehlen ja auch die Lehrer. Typisch dominikanisch: Schuld hat man nie selbst. Die Eltern sagen: wir schicken die Kinder nicht zur Schule weil die Lehrer sowieso nicht kommen. Die Lehrer hingegen beklagen: warum sollen wir zur Schule gehen wenn am ersten Tag keine Kinder kommen? Dann wird für die wenigen Schüler / Lehrer der Tag gestrichen und man fährt wieder nach Hause. Außer Spesen nichts gewesen. Vielleicht dachte sich in diesem Jahr das Bildungsministerium: Wenn Kinder und / oder Lehrer nicht kommen und der Unterricht nicht stattfindet, dann kann man sich auch die Schulmahlzeit sparen. Doch die wirtschaftliche Lage in der Dominikanischen Republik ist immer angespannter. Steuerreform mit entsprechenden Erhöhungen, die Preisschraube dreht sich unaufhörlich, vor allem auch bei Produkten destäglichen Bedarfs. Immer mehr Familien rutschen wieder in die Armutsklasse,viele sind von Armut bedroht. So trieb dieses Jahr der Hunger die Kinder zahlreich in die Schulen.

Quelle/Text:  http://www.hispaniola.eu/dominikanische-republik/
PDF-Datei

Mein Kommentar:   Nicht nur in diesen Land ist Bildung und Hunger, tägliche Normalität. 😦

Was bringt uns die Zukunft?Kinder sind die Zukunft!

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Gedanken abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s